Besonders interessant, wenn es um die Schlafkultur der Deutschen geht, ist die Ausstattung von Hotelzimmern. Denn hier spiegelt sich ein gewisser Standard wieder, an dem sich messen lässt, wie gesund, bequem und stylisch Deutschland schläft.
Wenn es uns in eine fremde Stadt verschlägt, nehmen wir uns trotz zahlreicher Übernachtungsmöglichkeiten bei Freunden oder Verwandten immer auch ein paar Hotelzimmer vor. Aus Kostengründen sind dies dann keine besonders luxuriösen Hotels, sondern einfache kleine Hotels, manchmal auch Stundenhotels.
In dieser Kategorie ist die Qualität, Sauberkeit und der Stil der Hotelzimmer so unterschiedlich, dass man jedes Mal wieder aufs Neue überrascht wird. Man weiß nie, was einen erwartet: von völlig veraltet und schrottreif über freundlich und gepflegt bis hin zu modern und ausgeflippt ist uns schon alles begegnet. Wir haben schon Hotels in Berlin, in München und Hamburg gesehen, vom obersten Stockwerk eines Hotels Hannover by Night betrachtet und auch schon in vielen kleinen Städten und Dörfern Niedersachsens die Hotelzimmer geprüft.
Und wir sind nun zu folgendem Fazit gekommen: Die Deutschen mögen zwar schicke Autos, schicke Kleider und schicke Wohnzimmer, doch in ihren Schlafzimmern ziehen sie eine gewisse Seriosität vor. Die Betten sollen möglichst groß und stabil sein, man schläft zur Zeit lieber auf Viscoschaummatratzen als auf Federkernmatratzen, und bei der Bettwäsche liegen Bezüge aus reiner Baumwolle noch vorn, allerdings dicht gefolgt von Mikrofaser. Die Einrichtung und Dekoration der Schlafzimmer wird recht spartanisch gehalten: das Bett, der Kleiderschrank, ein paar Kommoden und eventuell noch ein Fernsehgerät betonen, dass das Schlafzimmer wohl auch nur zum Schlafen genutzt werden soll.
Also gesund: ja, bequem: ja, stylisch: nein. Aber mit zweimal „Ja“ kommt man in Deutschland weiter!
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